Accadi

 

Das Wasservolk der Accadi ist androgyn und sie haben die Fähigkeit, ihren Fischschwanz abzuwerfen und an Land zu gehen. Ohne diesen Fisch-Schwanz sind sie etwa 1,90m (=Mharl, entspricht dem irdischen Meter) groß. Wie jedoch das Abwerfen dieses Schwanzes funktioniert, ist noch nicht genau erforscht, da von den Landvölkern nur die Laoju mit den Accadi Kontakt pflegen, doch vermutlich handelt es sich bei dem Fischschwanz um einen Symbionten, der eine Zeit lang auch ohne den dazugehörigen Accadi existieren kann. Möglicherweise werden diese Symbionten von den Accadi extra zu diesem Zweck gezüchtet.
Aber das ist nicht die einzige Besonderheit dieses Volkes: Auf dem Kopf der Accadi wachsen keine Haare, wie bei den meisten anderen bekannten Völkern, sondern ein fester “Turm”, der einem fremdartigen Hut ähnelt. Da die Accadi diesen Turm als störend empfinden, stutzen sie ihn immer wieder, sodass er dann nur noch etwa zwei Handbreit hoch ist. Natürlich haben sie sich längst Gedanken gemacht, ob dieses “Material” irgendwie verwertbar ist…

 

Eines Tages begab sich, dass ein paar Meerestiere interessiert zu den abgeschnittenen Türmen krabbelten, die man an einer Stelle gesammelt hatte, und daran knabberten (Der Teil des Turms, der vom Kopf des Accadi getrennt ist, wächst nicht weiter). Ein Accadi-Kind, das mit den Tierchen spielen wollte, hob einen Krümel auf, den ein Krebs von einem der Türme abgebrochen hatte und steckte ihn, wie Kinder das nunmal tun, in den Mund.

 

Und siehe da: Der Krümel schmeckte wunderbar süß und zerging dem Kind auf der Zunge! Das war eine Entdeckung, die sich schnell unter allen Accadi verbreitete, und seitdem werden die abgeschnittenen Türme zu einer Leckerei verarbeitet (die im Geschmack der irdischen Schokolade gleicht), indem sie in verschiedene Formen geschnitten und geschnitzt wird, und appetitlich dargereicht. Jeder Accadi-Turm hat seinen ganz eigenen Geschmack, doch kann man sagen: Lecker sind sie immer. Doch ihren wunderbaren Geschmack entwickeln die Türme erst, wenn sie abgeschnitten sind.

 

Nun trägt die Delikatesse auch einen Namen, sie wurde nach dem Kind benannt, das die Süßigkeit erkannte (das inzwischen aber nicht mehr lebt): Barciade.

 

Die Barciade ist bald schon zu einem Handelsgut geworden, das besonders den Laoju bekannt ist. Sie erreicht die Leckerei allerdings nur in Form von kleinen Würfeln, die in ein paar Seepflanzenblätter verpackt sind – niemand außer den Accadi erfährt, wie diese Leckerei hergestellt wird. Das bedeutet, andere Völker wissen nicht, dass die Barciade auf den Köpfen der Accadi gedeiht und nicht mit geheimen Rezepten zusammengebraut wird, denn die Accadi verbergen ihre Kopftürme sorgsam in Blättern von Seetang. Also pssst… hütet auch Ihr dieses Geheimnis. (Nicht, dass ein gemeines und goldgieriges Wesen darauf kommt, sich ein paar Accadi eingesperrt zu halten und die Barciade sozusagen zu “züchten” und damit Gold zu scheffeln, um es dann gerade in Gebiete, wo die Barciade eigentlich nicht vorkommt, für viel Geld zu exportieren…)