Tarcon Ileos

Er ist ein alter Mann, das Gesicht von Falten übersät und bleich wie das eines Toten. Nun, tot – das ist er ja eigentlich auch. Um nicht sofort als untoter Geist aufzufallen, pudert sich Tarcon Ileos manchmal das Gesicht, und da er mit Farbe sehr geschickt umgehen kann, gelingt diese Tarnung. Der Geist des Malers ist ein fabelhafter Künstler, der in Berlion ansässig ist und an vielen Orten der Stadt die Wände mit farbenfrohen detaillierte Landschaften verziert hat. Auch Portraits kann er meisterhaft darstellen – es heißt, wenn man seine Portraits betrachtet, sehen die Augen wie lebendig aus und scheinen einen zu beobachten.

 

Tarcon Ileos ist aber nicht nur ein fabelhafter Künstler, sondern auch ein geschickter Dieb. Dem stolzen Ritter stiehlt er sein Schwert, dem König seinen Siegelring und der Maid den güldnen Keuschheitsgürtel – seine flinken Finger machen vor nichts Halt. Das Diebesgut malt er in seine Bilder hinein, und niemand kann es ihm wieder nehmen. Wird er einmal entlarvt und versucht jemand, Jagd auf ihn zu machen, so geht der Geist des Malers einfach in eines seiner Bilder hinein. Wenn er erst in seinen Bildern ist, kann er sich problemlos – und als einziger – von einem zum nächsten bewegen und erscheint in den Bildern als eine hineingemalte Person, die aussieht, als sei sie schon die ganze Zeit dagewesen – doch immer dem Betrachter zugewandt, schließlich möchte er immer beobachten, was in der Welt draußen vor sich geht und ob Ruhe eingekehrt ist – damit er wieder sein Unwesen in der Stadt treiben kann.

 

Auf Tarcon Ileos ist ein Kopfgeld ausgesetzt – doch kann man ihn nur fangen und vernichten, wenn er sich außerhalb seiner Bilder befindet, und auch dann braucht man Magie, denn ein Schwerthieb mit einer einfachen Klinge kann dem Geist nichts anhaben. Ist er aber einmal besiegt, werden aus all seinen Bildern die gestohlenen Gegenstände wieder herausfallen und der Spuk hat ein Ende.

 

Solltet ihr Euch also auf die Suche nach diesem Unhold begeben wollen, so haltet Ausschau nach einem alten Mann mit fliegenden weißen Haaren, einem Leinenhemd, dessen weite Ärmel mit Stoffbandagen an den Unterarmen eng geschnürt sind, um den Künstler beim Malen nicht zu behindern.Seine Kleidung ist mit Farbklecksen bedeckt und sieht schon etwas zerschlissen aus.